AMERICAN DESIRE (Geheime Träume, USA 1981)

 

Dieses kleine Meisterwerk, welches auch unter dem Namen Geheime Träume erschienen ist, markiert das Ende der großen Zeit von Lasse Braun, des King of Porn, wie er sich selbst stets nannte, denn nach American Desire drehte er kaum noch Filme und wenn, dann waren diese nicht mehr der Rede wert. Und es ist der erste Film, den Lasse Braun in Amerika gedreht hat. Dieser Umstand machte es möglich, dass wir ein weiters Mal das Traumduo des amerikanischen Pornos zu sehen bekommen: Veronica Hart und Robert Bolla (siehe auch Angel Buns).

Die beiden spielen ein sehr verliebtes Ehepaar, welches nach neuer sexueller Inspiration sucht. Bolla offenbart seiner Frau, dass er diese Inspiration bei anderen Damen zu finden hofft und rät auch seiner Frau auf die Pirsch zu gehen um das eheliche Sexleben zu retten. Zögerlich willigt sie in den Plan ein, doch will sie sich vorher noch Rat bei ihrem Vater holen. Zu ihrer großen Überraschung hat der alte Mann diese Problematik in seiner Ehe längst geregelt. Er freut sich sehr für seine Frau, wenn diese von einem fremden Liebhaber ausgiebig gevögelt wird.

Wie die Geschichte weitergeht, ist klar. Unser Traumduo hat aufregende Begegnungen mit unbekannten Personen und so kommt frischer Wind in das eigene Liebesspiel. Robert Bolla besitzt am Ende sogar die Kühnheit die heißeste Quelle seiner Inspiration zu diesem Liebesspiel einzuladen: Lysa Thatcher gesellt sich dazu und es kommt zu dem was man einen flotten Dreier nennt, doch was die Sache nur verkürzt beschreibt, denn es handelt sich zudem um einen sehr sinnlichen, leidenschaftlichen Dreier.

Was die Filme von Lasse Braun vor allem auszeichnet, ist dass der Regisseur es schafft sich von der üblichen stereotypen Darstellung von Sex im Pornofilm zu distanzieren. In seinen Filmen wird Sex und Porno zwar nicht neu erfunden, doch unterscheidet sich die Darstellung von Szene zu Szene wie von Film zu Film. So werden die Pornos von Lasse Braun nie langweilig und so hat jeder seinen ganz eigenen Stil. Sex Maniacs ist sehr rüde, Sensations sehr drogengeschwängert und avantgardistisch und Body Love atmosphärisch entrückt. Und American Desire?

Stilistisch hat sich Braun dem Umfeld angepasst, denn der Film ist - im allerbesten Sinne - amerikanisch und daran muss man sich bei Lasse Braun tatsächlich erstmal gewöhnen. Was die Sache einfacher macht: Andy Wahrhol- Poster an der Wand, das coole Amerika also, und die zauberhaften und sehr intensiven Sexszenen, die nur Lasse Braun so einfangen kann. Sowohl die leicht-lockere Vögelei mit Mai Lin und George Payne, als auch die sich bis zur krassen Double-Penetration steigernden Szene mit Veronica Hart, das kleine SM-Abenteuer zu welchem Lysa Thatcher einlädt und das sinnlich-leidenschaftliche Finale: Es ist, wie es die in Sensations auftretende Tuppy Owens in der Fernsehdokumentation Das abenteuerliche Leben des Lasse Braun formuliert: "Für mich sind (Lasse Brauns) Pornos die einzigen, in denen Sex so gut aussieht, wie er sich anfühlen sollte." Tatsächlich geht Lasse Braun jede Szene so an, als wollte er den Titel des King of Porn in jeder Sekunde verteidigen. Dass ihm das mit diesem Film gelungen ist, ist keine Frage. American Desire ist ein wunderbares Spätwerk eines großen Regisseurs.

 

 

Regie: Lasse Braun

Darsteller/Innen: Veronica Hart, Mai Lin, Lysa Thatcher, Mistress Candice, Robert Bolla, George Payne, Roy Stuart, Dave Ruby, Jake Teague, Alan Clement, u.a.

Laufzeit: 79 Minuten

next>
next>