FLESH GORDON (USA 1975)

 

Einerseits ist ein Text über Felsh Gordon auf pornoklassiker.de fehl am Platz, denn der Film ist kein Porno. Andererseits war der Film ursprünglich als Porno gedacht und die versierte Pornoforscherin Tina Lorenz kürt ihn in einer Radiosendung zum besten Beitrag des Golden Age Of Porn. Wie kann das sein? Die Redaktion von pornoklassiker.de sieht sich genötigt, das Rätsel zu lösen.

Zum guten Zeugnis, welches Frau Lorenz und eine kleine Fan-Gemeinde dem Film ausstellen ist festzuhalten, dass beide irren. Zwar hat Frau Lorenz Recht, wenn sie sagt, dass der Film auf Parties als Stimmungsmacher taugen könnte, doch dann bitte nur ohne Ton und wirklich nur nebenbei laufend. Schaut man den Film bewusst, erzeugt er nämlich nur Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die ersten 5 Minuten ist einem vielleicht noch zum Schmunzeln zumute, doch der Trashfaktor, mit dem der Film zu punkten versucht, läuft sich schnell tot und über die Handlung wollen wir lieber gar nicht reden. Der Langeweile versucht der Film mit mehr oder weniger lustigen Monstern und konfusen Verfolgungsjagden zu begegnen deren Dramatik sich anscheinend im zunehmenden Geschrei und nervtötender Musik zeigen soll. Daher die Kopfschmerzen.

Und zu all dem selbst verschuldeten Unglück kam für die Verantwortlichen auch noch Pech dazu: Die beiden Regisseure Michael Benveniste und Howard Ziehm ließen sich durch juristische Probleme, hervorgerufen durch eine Darstellerin, die sich im Nachhinein als minderjährig heraustellte, derart aus dem Konzept bringen, dass Benveniste seinen Job ganz quitierte und Ziehm den als Porno geplanten Film umschrieb in eine unerotische Sexklamotte. Der Film zeigt zwar viel nackte Haut, es gibt sogar einen Planet Porno und das Raumschiff von Flesh hat eine Penisform, doch es nützt alles nichts. Der Film bleibt stets handzahm und kommt an keiner Stelle über lauten Klamauk hinaus. Damit ist Flesh Gordon zweierlei: kein Porno und ein schlechter Film.

Eine vernichtendere Kritik kann ein Film nicht bekommen und so fragt sich, wie die eigentlich sachkundige und von uns sehr geschätzte Wissenschaftlerin Frau Lorenz in der besagten Radiosendung zu einem so gegenteiligen und irreführenden Urteil kommen konnte. Es gibt doch so viele wirkliche Perlen des Golden Age Of Porn. Was war da los? Dieses Rätsel kann nur sie lösen.

 

Regie: Howard Ziehm & Michael Benveniste

Darsteller/Innen: Jason Williams, Suzanne Fields, Joseph Hudgins, Candy Samples, Mycle Bandy, John Hoyt, u.a.

Laufzeit: 86 Minuten

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