JOSEFINE MUTZENBACHER ...WIE SIE WIRKLICH WAR - Teil 1 (Deutschland 1976)

 

Die Verfilmung des Lebensweges der Wiener Dirne ist der erfolgreichste und wahrscheinlich beste deutsche Pornofilm. Selbst in den USA schlug er unter dem Titel Sensational Janine hohe Wellen. Schade nur, dass die Amis den Film in englischer Synchronfassung sehen mussten. So blieb ihnen ein Schmanckl des Films vorenthalten: der witzige Wiener Dialekt, der zum ersten mal in einem Porno so zum tragen kam und der hierzulande sehr zu seiner Popularität beitrug.

Der Film ist nicht nur sehr kultig, sondern auch von hohem pornografischen Reiz. Das liegt vor allem an Patricia Rhomberg. Sie spielt die Mutzenbacher absolut überragend und haucht der historischen Figur viel Leben ein. Sie ist damit indirekt auch dafür verantwortlich, dass die nachfolgenden Teile eher mittelmäßig sind. Patricia Rhomberg stand nämlich nur für den 1. Teil zur Verfügung. In den Fortsetzungen sah Regisseur Hans Billian sich leider genötigt, sich in fürchterlichen Blödelein zu verlieren um von Patricias mittelmäßigen Nachfolgerinnen abzulenken.

Im 1. Teil steht Patricia Rhomberg zum Glück ganz im Zentrum. Die Sexszenen mit ihr sind manchmal etwas albern und überdreht, doch zugleich sehr explizit und facettenreich und damit völlig untypisch für einen deutschen Pornofilm. Die Schauspielerinnen und Schauspieler neben Patricia glänzen durch Einfachheit. Es scheint, als kommen sie allesamt direkt aus dem Volk, was dem Film eine zusätzliche Authentizität verleiht.

Am Anfang des Films sehen wir Josefine als Teenager. Jede Nacht quält sie das immer stärker werdende Verlangen endlich gevögelt zu werden. Zu masturbieren, verschafft ihr nur geringe Erleichterung und so dauert es nicht lange bis zum ersten sexuellen Kontakt. Zunächst gibt sie sich mit einem Blowjob zufrieden, doch kurz darauf verliert sie ihre Unschuld an einen kräftig gebauten Kerl, der natürlich keine allzu großen Anstalten macht, sich den Begierden dieses nymphenhaften und ungestümen Mädels zu widersetzen. Von da ab taumelt unsere Heldin durch zahlreiche erotische Abenteuer und ein Höhepunkt jagt jetzt den nächsten. In einer Szene kommt Josefine gleich dreimal in den Genuss eines kräftigen Spermaregens, und das von ein und denselben Liebhaber. Einen kleinen Seitenhieb auf die Moralapostel der Gesellschaft gibt es u.a. durch die Szene mit dem Pfaffen, welcher sich als durchtrieben und sexgierig entpuppt und der seine Position gegenüber Josefine schamlos ausnutzt.

Doch von so einem Menschen lässt sich Josefine nicht aus dem Konzept bringen und sie verfolgt gradlinig den Weg ihrer Bestimmung: Sie will eine Hure aus Passion zu werden und möglichst viel Vergnügen an dieser Tätigkeit haben. Vor unseren Augen verwirklicht sich Josefine ihren Traum. Ihr dabei zusehen zu dürfen, ist ein Vergnügen!

 

Regie: Hans Billian

Darsteller/Innen: Patricia Rhomberg, Marie-France Morel, Sepp Gneissl, Siggi Buchner, u.a.

Laufzeit: 91 Minuten

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