THE OPENING OF MISTY BEETHOVEN (USA 1976)

 

Die Story des Films ist angelehnt an die von My Fair Lady: In einem Sexkino trifft ein gewisser Dr. Love (Jamie Gillis) auf die Prostituierte Misty Beethoven (Constance Money). Er ist von ihr begeistert und fest entschlossen, sie zum Golden Rod-Girl, zur sexuellen Universalkünstlerin zu machen. Nach kurzem Zögern willigt Misty in den Plan ein, und schon bald erlebt sie alle Höhen und Tiefen des Daseins als Schülerin.

Wie fast alle anderen Filme von Regisseur Radley Metzger (The Punishment of Anne, Naked Came The Stranger, The Private Afternoons of Pamela Mann), kann The Opening of Misty Beethoven neben seriösen Filmen schauspielerisch und dramaturgisch locker bestehen. Es handelt sich hier um einen durchweg witzigen und intelligenten Film, der es eher mit Woody Allen gemein hat, als z.B. mit Deep Throat. Und das ohne dabei in Verdacht zu geraten, gar kein Porno zu sein, denn der Film hat mehr und vor allem wesentlich prickelnderen Sex zu bieten als Deep Throat. Auf die Frage nach ihrem Namen, antwortet die Heldin des Films: "Misty Beethoven". Ihr wirklicher Name? "No, it's not, but I think it's sounds more important." Was ist ihr richtiger Name? "Dolores Beethoven". Solche Dialoge sind leider sehr selten im Pornofilm. Lustige Anekdote am Rand: Aufgrund der Szene, in der Misty und eine Freundin einen Mann mit einem Dildo verwöhnen, landete der Film gelegentlich in der Rubrik Gay-Film.

Der bunte Reigen erotischer Spielchen gespickt mit Pop-Art-Motiven den dieser Film bietet, lässt die Herzen von Pornofans und Cineasten höher schlagen. Alles ist elegant gefilmt und toll gespielt. Regisseur Henry Paris schafft es die Handlung so mit Erotik und Sex zu verbinden, dass keines dieser Elemente zum Fremdkörper verkommt. So wurde The Opening of Misty Beethoven schließlich auch mit dem ersten Porno-Award ausgezeichnet und lief zudem sieben Jahre ununterbrochen in den amerikanischen Sexkinos.

 

Regie: Radley Metzger, aka Henry Paris

Darsteller/Innen: Constance Money, Jaqueline Beudant, Jamie Gillis, Terry Hall, Gloria Leonard, Jenny Baxter, Mary Stuart, Marlene Willoughby, Ras King, Casey Donovan, Janet Baldwin, Cynthia Gardener, Helen Simone, Marlene Parker, u.a.

Lauzeit: 84 Minuten

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