THE SATISFIERS OF ALPHA BLUE (USA 1981)

 

Sich zu wiederholen, ist seine Sache nicht und darum präsentiert uns Gerad Damiano diesmal kein existentialistisches Psychodrama wie mit The Devil in Miss Jones oder Memories Within Miss Aggie, sondern einen existentialistischen und hypnotischen Science-Fiction-Porno. Doch wer hier jetzt Außerirdischen- oder Roboter-Sex mit Laserdildos erwartet, der wird enttäuscht, denn es agieren ausschließlich menschlich aussehende und großartig spielende Akteure. Und wie im guten Porno üblich, steht sinnlicher und leidenschaftlicher Sex im Mittelpunkt. Besonders für Liebhaber von Gruppen- und Analsex wird hier ein wahres Feuerwerk abgebrannt und das ohne dafür an anderen pikanten Dingen zu sparen.

Der Film spielt auf Alpha Blue, einem Planeten, der zum Sextourismus der besonderen Art einlädt. Die Urlauber dort können ihre sexuellen Wünsche in einen Computer eingeben und schwupps wird ein entsprechendes Geschöpf geschaffen, welches keinen Traum unerfüllt lässt. Alles in Butter also, wäre da nicht der Romatiker Algon (Robert Bolla). Ihm ist so viel Cybersex ein Dorn im Auge. Er kämpft für eine reale und erotische Beziehung mit Gefühlen und so und gegen die unromantische Praxis der virtuellen Befriedigung. Seine Bemühungen zielen auf Diana (Lysa Thatcher in ihrer vielleicht besten Rolle) ab, in die er sich unsterblich verliebt. Sie ist ganz und gar ein Kind der neuen Zeit und will von Liebe darum nichts wissen, doch von zügellosem Sex dafür ums so mehr.

Natürlich greift dieser Film ein zentrales Thema unserer Zeit auf: Cybersex. Und der Film denkt das Thema mit den Mitteln des Science-Fiction-Films konsequent weiter. Für "Heirat" oder "Liebe" ist in dieser Zukunftsversion kein Platz, stellen sie doch nur Relikte einer verlogen-verstörten Vergangenheit dar. Doch ist auf Alpha Blue wirklich alles Gold oder ist Liebe doch das einzig Wahre? Spätestens nachdem die Sexspielchen der Alpha Blues in sensationellen Orgasmen enden, stellt sich bei ihnen eine fast mit Händen zu greifende Leere ein. Andererseits scheint aber auch unser verliebter Held mit seinen romantischen und moralischen Anwandlungen nicht unbedingt als Vorbild für eine vernünftige Lebensplanung zu taugen.

Ob ein Leben wie auf Alpha Blue wirklich erstrebenswert ist, kann also auch dieser Film nicht eindeutig aufzeigen, doch das war wohl auch nicht das erste Ziel von Gerad Daminao. Dieses bestand eher darin, einen intelligenten und schillernd-glamourösen Super-Porno im ultracoolen Trashdesign zu drehen. Das ist ihm großartig gelungen, und dass ein Planet wie Alpha Blue zumindest einen kleinen Urlaubstripp wert wäre, ist ja wohl eh klar. So ist The Satisfiers of Alpha Blue genau das, was ein guter Porno sein soll: ein Märchen für Erwachsene.

 

Regie: Gerard Damiano

Darsteller/Innen: Lysa Thatcher, Sharon Mitchell, Annie Sprinkle, Tiffany Clark, Hillary Summers, Robert Bolla, Herschel Savage u.a.

Laufzeit: 86 Minuten

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